Garten-Blog – „Hauptsache grün“: Bei der Berufswahl zählen die eigenen Interessen

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Foto: BGL. – Erfahrene Experten empfehlen, die eigenen Interessen bei der Berufswahl in den Mittelpunkt zu stellen und bei einem Praktikum erste Erfahrungen zu sammeln.

Garten-Blog – Laut einer aktuellen myMarktforschung-Studie empfindet in Deutschland über ein Drittel der 18- bis 29-Jährigen die Berufswahl als Last.

Nur zehn Prozent der befragten jungen Menschen gaben an, dass ihnen der Weg von der Schule ins Berufsleben leichtfalle. Die Auswahl an Ausbildungsberufen und Bildungsgängen ist groß, die Entscheidung weitreichend. Umso wichtiger ist es, sich bei der Berufswahl treu zu bleiben und sich zu fragen: Was kann ich? Was macht mir Spaß? Was begeistert mich? Der Apple-Gründer Steve Jobs formulierte es so: „Find what you love.“ Das ist nicht immer leicht und so orientieren sich viele Jugendliche daran, welche Berufe die Erwachsenen in ihrem Umfeld ausüben.

Im Bereich der dualen Ausbildung entscheiden sich die meisten für die immer gleichen Bereiche: Mechatronik, Einzelhandel, Bankwesen. „Damit macht man nichts falsch“, scheinen viele zu denken und doch bricht eine hohe Zahl der Jugendlichen ihre erste Ausbildung ab.

Den Traumberuf finden

Die eigenen Interessen bei der Berufswahl in den Mittelpunkt zu stellen, das empfehlen erfahrene Experten. „In unserer Branche sind naturverbundene Praktiker gefragt“, erklärt Thomas Wiemer, Referent für Nachwuchswerbung und Weiterbildung vom Ausbildungsförderwerk Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (AuGaLa). „Die Ausbildung des Landschaftsgärtners ist genau richtig für Jugendliche, die sich für Umwelt und Natur interessieren und gerne einen grünen Beruf mit ausgezeichneten Perspektiven erlernen wollen.“

Schritt für Schritt

Nach den langen Jahren des Schulbankdrückens ist für viele Absolventen ein Arbeitsplatz attraktiv, bei dem man an der frischen Luft arbeitet, sich körperlich betätigt und verschiedene Orte kennenlernt. Unter Abiturienten ist der Druck, ein vermeintlich höheres Ziel anzustreben, zum Beispiel zu studieren, häufig hoch. Dabei ist in einem praktischen Beruf, wie dem „Gärtner/in Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau“, kurz Landschaftsgärtner, eine spätere, vielfältige Weiterbildung möglich und erwünscht – als Techniker, als Meister oder mit einem Studium. Referent Wiemer: „Der Einstieg mit einer Ausbildung nimmt den jungen Menschen einen großen Teil der Last. Der Abschluss und die Erfahrungen, die sie hier machen, werden ihnen ihr ganzes Leben nützen. Sie können ihren Berufsweg Schritt für Schritt gehen und haben später viele Möglichkeiten, sich in ihrem Lieblingsbereich zu spezialisieren.“

Praktisch ausprobieren

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Foto: BGL. – Für junge Männer wie Frauen – die Ausbildung zum „Gärtner/in Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau“, kurz Landschaftsgärtner.

Erste Informationen über Berufsbilder und Branchen finden Schülerinnen und Schüler auf Ausbildungsmessen, bei Informationsveranstaltungen und natürlich im Internet. Wie der Arbeitsalltag später aussehen kann, finden Interessierte am besten bei einem Praktikum heraus, entweder im Rahmen eines Schulpraktikums oder freiwillig in den Ferien. „Viele Praktikanten sind überrascht, wie vielseitig der Beruf des Landschaftsgärtners ist. Einerseits geht es um Pflanzen und deren Pflege, andererseits um bauliche Tätigkeiten wie die Anlage von Wegen, Mauern oder Terrassen“, so Thomas Wiemer. Die Namen von Pflanzen und deren Aussehen und Eigenschaften zu lernen, gehört zu den Ausbildungsinhalten und findet in der täglichen Arbeit ihre Anwendung. Wann und wie stark wird ein Baum oder Strauch zurückgeschnitten? Welche Pflanzen eignen sich für eine Hecke?

Wie wird der Boden für Neupflanzungen vorbereitet? Später kommen auch gestalterische Fragen hinzu: Wie lassen sich Strukturen, Farben und Wuchshöhen zu einer harmonischen Bepflanzung kombinieren. Genauso kommt es aber auch auf körperliches und handwerkliches Geschick an. Viele Arbeiten werden heute mit Maschinen ausgeführt, weshalb die Handhabung von Motorsäge, Häcksler oder Mini-Bagger auch Teil des Berufsbildes ist. Außerdem installieren Landschaftsgärtner Bewässerungsanlagen oder andere Einrichtungen.

Vor Ort anschauen

Was Landschaftsgärtner leisten, darüber können sich Jugendliche auch bei einem Ausflug in größere Gartenanlagen ein Bild machen. 2017 findet zum Beispiel die Internationale Gartenausstellung (IGA) in Berlin statt. Hier zeigt auch der Nachwuchs der Branche beim Landschaftsgärtner-Cup sein gärtnerisches Können. Sehenswert sind außerdem die Landesgartenschauen im thüringischen Apolda, im nordrhein-westfälischen Bad Lippspringe, im baden-württembergischen Bad Herrenalb und im bayerischen Pfaffenhofen. Weitere Informationen – wie offene Praktikums- und Ausbildungsplätze sowie Ausbildungsbetriebe in ganz Deutschland – sind unter www.landschaftsgaertner.com zu finden.

Quelle: BGL

 

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