Garten-Events – In anderen Gärten: Inspirierende Ausflüge

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Foto: Appeltern. – Appeltern ist sehr aktivierend und strotzt nur so von Möglichkeiten, die in den eigenen Garten übertragen werden wollen.

Garten-Events – Viele von uns haben einen Garten. Wir geben uns redlich Mühe, aber nur wenige von uns, sind mit ihrem Garten zufrieden.

Bücher, Zeitschriften, Websites und Kalender zeigen uns ständig sonnige Bilder, wohlkomponierte Staudenbeete, blühende Bäume, erholsame Sitzplätze, gelungene Rabatten, faszinierende, gepflegte Gartenräume mit akkurat geschnittenen Hecken, rosenberankte Pergolas, aromatische Kräuterspiralen, appetitliche Gemüsehochbeete… Die real existierenden Gärten sehen meistens anders aus. Mal schwächelt der Buchs unter dem Zünsler, die Zwiebelblumen werden von den Wühlmäusen zermacht, der Rasen ist famoos vermoost. Düngen – wann, was, womit? Oder der richtige Schnitt – wann, wo, für viele ist auch dies ein Buch mit sieben Siegeln.

Ausprobieren und Hinsehen

Gärtnern ist eben gar nicht so einfach, schließlich ist es ein Beruf mit einer dreijährigen Ausbildung und die ist auch noch sehr spezialisiert. Dennoch wird uns ständig suggeriert, dass Gärtnern ganz einfach sei, dass jeder es kann und dass der grüne Daumen reine Einstellungssache ist. An Letzterem mag was dran sein. Es gibt erfolgreiche Hobbygärtner, die es durch Ausprobieren und genaues Hinsehen, durch Gefühl und Maß, durch viel Erfahrung und Austausch mit Menschen, die es besser wissen, durch das Erspüren von Gartenkultur in Büchern und auf Reisen, und schließlich durch viel Geduld mit ihren Pflanzen und mit sich selbst geschafft haben, mit ihrem Tun und Lassen im Garten gelegentlich zufrieden zu sein. Das Wetter haben wir nicht im Griff und vieles andere auch nicht, aber wenn der Garten gedeiht, wenn die Pflanzen gesund sind und wachsen, wenn das Ganze ein in unserem Dafürhalten schönes Bild ergibt, dann geht dem Hobbygärtner das Herz auf. Für diesen Moment tritt er an, jagt er Schnecken und Läuse, googelt er Schadbilder, ist er auf der Suche nach den besten Pflanzenquellen, freut sich über seine Entdeckungen. Dieses stille oder laute Staunen, die Befriedigung und der Stolz auf das Geschaffene oder Gewollte, das erzeugt die Energie, mit der wir uns immer wieder dem Garten widmen.

Persönlichkeit und Geschichte

Der Hobbygärtner teilt diese Freude gern mit anderen, mit Freunden, mit Nachbarn. Hierin liegt auch der Reiz von offenen Gartenpforten und Gartenreisen. Private Gärten sind etwas anderes als Gartenschauen und Parks. Dort, das weiß jeder, sind die Profis am Werk. Private Gärten sind intime Räume, selbst dann, wenn sie Profis gehören. Der eigene Garten hat immer viel mit der Persönlichkeit zu tun, ist individuell und erzählt eine eigene Geschichte – eine Geschichte der Vorlieben, der Anstrengungen, aber auch der Träume und manchmal auch eine Geschichte des Scheiterns. Dieses Scheitern solidarisiert vermutlich am meisten. Dauerdiskussionen in Gärten gelten dem Buchsbaum oder den Schnecken, den Wühlmäusen oder den Läusen. Offene Erde oder geschlossene Pflanzendecke? Hier stehen sich zwei völlig unterschiedliche Gartenschulen gegenüber. Der richtige Zeitpunkt für den Schnitt der Stauden (im Frühjahr!) oder dem für das Vertikutieren des Rasens – Gartenfreunde geht der Gesprächsstoff nicht aus.

Unter Gartenfreunden

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Foto: Appeltern. – Ein Mittagsschläfchen in der Sonne am Wasser, auf dem Dachgarten oder am plätschernden Wasser – in Appeltern ist alles erlaubt, was man an einem Urlaubstag gerne tut.

Wer einmal das Vergnügen hatte, eine mehrtägige Gartenreise mit einem Bus zu machen, weiß, was echte Gartenfreunde ausmacht. Sie tauschen sich unermüdlich aus, zeigen sich Handy-Fotos, geben sich Tipps, empfehlen sich Gärten und vor allem gute Quellen für Pflanzen. In einem solchen Bus erfährt man, was Schwarmintelligenz ist und auch, wie ansteckend das Hobby Garten sein kann. So unterschiedlich wie die Menschen, so unterschiedlich auch die Gärten. Mit jedem Gartenbesuch nähert man sich auch dem Gärtner an, der sich mit eigener Hände Kraft müht, der Natur auf die Sprünge zu helfen oder sie möglichst in solche Bahnen zu lenken, wie es seiner Vorstellung entspricht. Von großen Meistern kann man trefflich lernen. Denken wir an den Staudengarten von Anja Maubach in Wuppertal Ronsdorf, wo vor über 100 Jahren Georg Arends auf karstigem Gelände in windiger Höh‘ die heutige Gärtnerei begründete (www.arends-maubach.de). Ein Besuch dieses Gartens lässt einen aus der Zeit fallen, weil man merkt, dass ein guter Garten seine Zeit braucht. Die Kunden der Gärtnerei erstehen die achtsam kultivierten Stauden im Tontopf und tragen damit ein Pflänzchen der Hastlosigkeit in ihren Garten.

Urlaubstag in Appeltern

Wer einen Tag in den niederländischen Gärten von Appeltern (www.appeltern.nl/de) verbringt, erfährt einen Urlaubstag. Das Wandeln durch die unterschiedlichsten Gärten – es zeigen sich derzeit über 200 – erholt, inspiriert, überrascht, überzeugt und motiviert. Diese Gärten suchen hier in Deutschland ihresgleichen vergeblich, deswegen fahren auch jedes Jahr Tausende ins Nachbarland und sie kommen voller Ideen, vielleicht auch mit ein paar Pflanzen im Kofferraum, zurück. Wenngleich es ein Modellgartenpark ist, wirken die Gärten wie private Gärten, sind sehr unterschiedlich in der Anlage und in der Bepflanzung. Die ältesten Gärten sind 30 Jahre alt, sie hatten also Zeit zu wachsen, die jüngsten sind die sogenannten Festivalgärten und entstammen jungen und avantgardistischen Gartendesignern. Auch hier darf man staunen, lachen oder sich wundern.

Picknick im Gartenhaus

Appeltern ist sehr aktivierend und strotzt nur so von Möglichkeiten, die in den eigenen Garten übertragen werden wollen. Die Besucher der Gärten genießen es, zu flanieren und zu entdecken. Jede Sitzgelegenheit, und davon gibt es reichlich, darf auch besessen werden. Wer in einem der Gartenhäuser ein Picknick machen möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Ein Mittagsschläfchen in der Sonne am Wasser, auf dem Dachgarten oder am plätschernden Wasser – erlaubt ist alles, was man an einem Urlaubstag gerne tut. Die Gärten sind groß und außer an den Abendveranstaltungen nicht überfüllt. Papier und Bleistift empfehlen sich und eine Kamera, damit die Ideen nicht verloren gehen. Aber am wichtigsten ist auch hier wie in jedem anderen Garten: die Zeit. Wer durch die Pforte geht, entzieht sich der hektischen Welt und schaltet auf den Entspannungsmodus. Jeder der die Gärten besucht, verlässt sie Stunden später als ein anderer Mensch. Die Gärten von Appeltern sind bis Ende November täglich geöffnet.

Infos zu den Gärten von Appeltern:

De Tuinen van Appeltern
Walstraat 2a
NL-6629 AD Appeltern

Tel. +31 (0) 487-541732
E-Mail info@appeltern.nl
Website www.appeltern.nl/de

Geöffnet vom 1. März bis 31. Oktober 2017
Täglich 10 bis 17 Uhr – auch an Sonn- und Feiertagen
Im November an den Wochenenden
Eintrittspreis für Erwachsene: 12,50 Euro

Quelle: Appeltern

 

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